Aug. 282025
 

Halb 8 hab ich heute geschafft. Da es hier so angenehm warm ist, hab ich glatt draußen frühstücken können. Um 11 Uhr muss ich hier auschecken, dann mach ich mich auf den Weg in den Kooteney NP. Dort habe ich für eine Nacht einen Stellplatz auf dem McLeod Meadows CG bekommen. Kommendes Wochenende ist langes Wochenende und gleichzeitig Ferienende in Kanada, also wollen alle nochmal raus und die Sommersaison abschließen. Daher ist mein Plan heute hier in Kootenay NP zu übernachten, morgen aus dem Kooteney zum Icefield Parkway zu fahren und diesen bei Saskatchewan River Crossing zu verlassen und dort was zu finden. Im Kooteney NP werde ich wieder kein Netz haben, daher ergänze ich den Beitrag dann später.

Um halb 11 bin ich losgefahren und über Fort Steele, vorbei am Premier Lake und Invermere, wo ich kurz Stop gemacht habe. 100 Meter vom Highway liegt nämlich der Friedhof, auf dem Onkel Bill begraben ist. Er war der Bruder meiner Uroma. Da er schon 1970 verstorben ist, glaub ich nicht, dass ihn noch so viele Leute besuchen. Das Grab habe ich mit Manu schon einmal besucht, daher hab ich es recht schnell wiedergefunden. Es ist ein einfacher Betonsockel mit einem kleinen Schild, in das der Name und das Sterbedatum eingraviert ist.
Anschließend habe ich noch getankt, da bis Banff keine Tankmöglichkeit mehr kommt. In Radium Hot Springs fährt man in den Kooteney NP und es ist jedesmal wieder ein erhebender Moment quasi durch einen Spalt in der Felswand hineinzufahren und plötzlich verändert sich das Bild der Landschaft komplett. Vielleicht empfinde ich das auch nur so eindrucksvoll, weil das 2007 unser erster Nationalpark war und man dadurch einen besonderen Bezug dazu hat. Weiter geht es zum Olive Lake, wo wir unsere ersten Bären gesehen haben.
Nach einer Abbiegung öffnet sich vor einem dann das breite Tal, durch das der Kooteney River fließt. Auch das ist jedesmal aufs Neue beeindruckend.
Dann war es soweit! Auf der Weiterfahrt ist neben dem Highway links und rechts ein ca. 30 Meter breiter Grasstreifen, bevor der Wald beginnt. Und genau dort hat gemütlich ein Schwarzbär Löwenzahn gefressen. Bär Nummer Eins!
Wenig später war ich auch schon am Campingplatz und habe meine Site bezogen. Feuerholz besorgt und klein gemacht. Hier ist kein Fire Ban. Ich weiß gar nicht mehr wann ich das letzte Mal in Kanada ein Lagerfeuer gemacht habe. Wahrscheinlich war es 2018 auf dem West Coast Trail.
Anschließend wie immer eine Runde auf dem Campingplatz und noch zum Kooteney River. Jetzt fängt es hier an zu regnen, aber nicht schlimm, es scheint dabei immer noch die Sonne. Zurück am Camper hat es dann doch noch mal richtig geschüttet, gut dass mein Holz unter dem Camper liegt.
Als es endgültig aufgehört hat, hab ich das Feuer gemacht und dann darauf Bohnen mit Speck gebraten, dazu ein Bier. Als um 10 das Feuer ausgegangen ist hab ich mich ins Bett verzogen.

Aug. 282025
 

Heute hab ich mich etwas beeilt nach dem Frühstück, da wohl ein bisschen Fahrerei auf mich zukommt. Da für heute Nachmittag möglicherweise Gewitter bevorstehen, habe ich mich entschlossen das Unternehmen Forestry Trung Road sein zu lassen. Da dort nur Schotterstraße ist und die bei Regen recht ungemütlich werden kann, wenn man keinen Allradantrieb hat. Den habe ich ja nicht, da ich ja mit einem normalen Wohnmobil unterwegs bin.
Folglich bin ich dann um 9 Uhr aufgebrochen und erst einmal zurück auf den Highway 40 gefahren, welcher mich kurz aus den Rockies gebracht hat. Dort bin ich auf den Highway 22, den Cowboy Trail parallel zu den Rockies gefahren und im Süden auf den Highway 3 gekommen. Auf dem 22 hab ich nochmal getankt, da es hier recht günstig war. Der Liter kostete 1,31 Dollar, das sind 81 Cent.
Auf dem Highway 3 bin ich auch von Alberta nach British Columbia gekommen.
In Sparwood hab ich bei Safe-On-Foods Getränke, Toastbrot, Blaubeeren und Scones aufgefüllt. Auf dem Mount Fernie Campground war nichts frei, also bin ich weiter und bin kurz nach Elko der Beschilderung zum Kikomun Creek PP gefolgt. Ein sehr gepflegter Campingplatz der von der Vegetation her auch gerne in Italien liegen könnte. Hier ist es auch sehr heiß, die Kühle der Berge ist weg.
Nach einem kleinen Rundgang hab ich mit den USA telefoniert und dann nur noch Brotzeit gemacht und gelesen. Die Fahrt war doch anstrengender als gedacht.

Aug. 282025
 

So, jetzt bin ich eingestellt. Ich bin in der Früh um 6 Uhr aufgewacht, das ist ja wie daheim. Ich hab mich aber noch ein paar Mal umgedreht, es eilt ja nix. Außerdem weiß ich nicht mehr von selbst welcher Wochentag ist, das ist Urlaub. Um halb 8 bin ich aber aufgestanden und habe mir drei Spiegeleier mit Bacon, Toastbrot und Orangensaft gemacht. Kaffee darf auch nicht fehlen und am Schluß noch einen Scone. Dieses üppige Frühstück hat schon seinen Grund: Heute mach ich eine Wanderung. Zuvor noch schnell den Müll weggebracht und eine Brotzeit zum Mitnehmen gemacht, ausreichend zu Trinken nicht vergessen. Da ich ja allein unterwegs bin nehm ich natürlich auch das Bearspay mit. Natürlich hab ich mich vorher noch mit der Handhabung vertraut gemacht.
Um halb 10 bin ich losgegangen und da zwei Trails wegen Bärenaktivität gesperrt sind, bin ich den Trail rund um den Upper Kananaskis Lake gegangen. Auf einem Schild wird man aufgeklärt, dass der Upper Lake eigentlich gar kein Lake ist, sondern ein Reservoir. Da er 30 Meter höher liegt als der Lower Lake, wird dort beim Ausfluß Strom erzeugt. Ich frage mich nur für wen, denn wir sind hier echt abseits und es ist ein eher kleines Kraftwerk.
Anfangs ging es durch Wald, den ich mittlerweile am Duft und den Geräuschen erkenne. Ganz anders als bei uns. Das ist für mich Kanada und ich meine mich zu erinnern, wann ich das zum allerersten Mal wahrgenommen habe. Es war 2007 am Lightning Lake im Manning Park. Übrigens habe ich heute beim Bacon anbraten nicht den Rauchmelder ausgelöst. Das war nämlich 2007 in eben jenem Manning Park der Fall. 😉
Weiter kam ich zu einem gigantischen Geröllfeld, bevor es über eine Sumpfwiese wieder in den Wald ging. In dieser guten Stunde habe ich übrigens genau niemanden getroffen. Im Wald wurde ich dann mit Tannenzapfen beworfen. Natürlich haben die Eichhörnchen nicht auf mich geworfen, sie haben nur auf den Bäumen Zapfen gepflückt und auf den Boden geworfen um sie später abzunagen.
Es ging dann auf den See zu und an dessen Ufer weiter. Das Ufer darf man sich aber nicht vorstellen, wie bei uns am Ammersee, hier geht es direkt am Ufer steil bergauf, alles bewaldet. Dementsprechend ging es immer wieder mal 20 Meter bergauf um dann wieder 20 Meter hinunter zu gehen. Gesamt sind bei meinem Rundweg gute 500 Höhenmeter zusammen gekommen. Dar Rundweg war insgesamt 15 Kilometer lang und mit einer kleinen Brotzeitrast habe ich 3 1/2 Stunden gebraucht. Zurück am Campingplatz habe ich geduscht und mir noch vor Vier ein Bier genehmigt, die Beine hochgelegt und gelesen. Das Faulenzen hab ich mir heute aber verdient. Ein zweiter Bierchen und gegrillten Lachs mit Salat heute Abend aber auch.

Aug. 282025
 

Heute habe ich durchgeschlafen bis kurz nach 6 Uhr, ein Blick nach draußen, die Sonne geht gleich auf. Ich hab mich schnell angezogen, etwas wärmer, da es wieder recht kühl ist, dann bin ich zum Bow River. Den etwas flußaufwärts und unter dem Trans Canada Highway durch zu einer kleinen Anhöhe, von der man die Three Sisters schön sieht, die jetzt von der aufgehenden Sonne angestrahlt werden.
Zurück im Wohnmobil hab ich mir Kaffee gemacht und Toastbrot mit Marmelade gegessen. Sobald die Sonne rauskommt wird es auch angenehm warm. Ich hab langsam das Wohnmobil abfahrbereit gemacht und mich bei den Nachbarn verabschiedet. Dann bin ich den Highway 1 Richtung Süden gefahren und dann auf den Highway 40 gewechselt. Zur Sicherheit hab ich nochmal getankt, da es im Kananaskis eher wenige Möglichkeiten gibt. Nach einiger Zeit war die Straße dicht: Rocky Mountain Sheeps haben gemütlich die Strasse blockiert und sich nur ganz gemächlich zurückgezogen. Allmählich wird es bergiger, die Strasse schmäler man kann und will nicht mehr schneller wie 60 km/h fahren. Ab dem Nakiska Skigebiet war dann auch die Mobilfunkversorgung weg, so dass ich jetzt offline bin.
Am Interlakes Campground angekommen habe ich mir eine freie Site gesucht und auch gefunden. Die kann man nicht vorreservieren, wer kommt und eine freie findet, kann sie haben. Diesmal hat es wieder gut geklappt mit dem rückwärts in den Stellplatz fahren, ich habe nur einmal korrigiert um schön gerade zu stehen.
Hier bleibe ich zwei Nächte. Heute habe ich noch eine Campingplatzrunde gemacht und bin zu Fuß zum Upper Lake gegangen. Anschließend habe ich Brotzeit gemacht und auf dem Campingstuhl gelesen. Morgen möchte ich eine kleine Wanderung machen.